
Mein letzter Eintrag ist ja schon eine ganze Weile her, darum folgt hier mal eine etwas längere Geschichte. Auf geht’s!
Ich wohne ja nun schon seit dem 15. Januar 09 in Bern. Meine Wohnung ist nicht weit vom Zentrum entfernt und so ist klar: Wenn man in den Ausgang geht, nimmt man das Fahrrad, in meinem Fall ein MTB Tool. So geschehen auch am Freitag, 28. Februar 2009.
Erst ging’s ins Bowling Center im Marzili um ein paar Strikes zu werfen, das wäre jedenfalls der Plan gewesen. Der Abend war lustig, meine Bowling Resultate weniger. Aber es geht ja nicht ums gewinnen…
So gegen Mitternacht bin ich dann mit meinem Kumpel Luk quer über die Strasse in den Gaskessel ans RaBe Fest gepilgert. Gutgelaunt und in perfekter Partystimmung haben wir uns die Zofinger Postrock-Götter “Leech” angeschaut. Es wird ja gesagt, dass Leech eine der besten Live Bands der Schweiz ist. Seit ich sie gesehen habe, stimme ich dieser Aussage 110%ig zu. So muss eine Band tönen, so muss sie sich auf der Bühne geben, so muss sie das Publikum in ihren Bann ziehen können. Einfach perfekt!
Eine weitere Überraschung war das Deutsche DJ-Duo Smith&Smart. Die 2 Jungs mischen bekannte Songs aus allen Stilrichtungen zu einem groovigen Mix, unterlegen das ganze mit eigenen Drumsamples oder rappen nach Herzenslust dazu. Live sind die 2 Berliner eine absolute Bombe!
Ein paar Stunden später und nach einem kurzen Abstecher ins ISC war ich ready für mein Bett und jetzt kommt der blutige Teil der Geschichte…
Wer die Berner Altstadt kennt (Pflastersteine) und wer das MTB Tool kennt (nicht für Pflastersteine gebaut) wird sicherlich verstehen, dass ich morgens um 6 nach einer perfekten Partynacht nicht das Verlangen verspürte, mich wie ein Cocktail durchschütteln zu lassen. Also nahm ich stattdessen den Weg durch die Lauben, hat ja keine Touristen mehr um diese Zeit.
Alles ging gut, bis zur Nydeggbrücke und dieser **##%& Treppenstufe. Plötzlich war sie einfach da, ohne Ankündigung und ohne Warnung. Das war dann doch etwas zuviel für meine Balance und so zog mich die Gravitation ohne Gnade in Richtung Asphalt.
Als ich ein paar Sekunden später wieder einigermassen klar denken konnte sah ich mein Bike neben mir liegen. Ich stand sofort auf (es hat wohl so ausgesehen wie wenn ein Töffahrer in einem Rennen stürzt und sofort wieder aufsteht). Ich hob in bester Rennfahrer Manier meine Hände um dem Publikum zu zeigen, dass mir nichts ernsthaftes passiert ist, doch leider war da niemand, der sich für meinen spektakulären Sturz interessierte.
Ich merkte, dass sich in meinem Mund eine grosse Menge einer salzigen Flüssigkeit ansammelte und dazwischen machte ich einige komische Krümel aus. Ich spuckte 2-3 mal auf den Boden und alsbald verfärbte sich der Asphalt rot und die Krümel konnte ich als Reste meiner Zähne ausmachen. Ich schaute mich um und dachte, dass jeden Moment der Medical Care Truck angebraust kommt aber “damn it”, ich war ja nicht auf der Rennstrecke sondern auf der Nydeggbrücke. Glücklicherweise hatte ich schon den ganzen Abend über “Schmerzmittel” konsumiert, so verspürte ich eigentlich keine grösseren Qualen. Also, ab nach Hause. In meiner Wohnung angekommen, nahm ich die Flasche Jack Daniels und fing an mich zu betrinken äh nein, natürlich meine Wunden zu desinfizieren. Als ich in den Spiegel blickte konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Irgendwie war das ganze eine ziemlich abgefahrene Sache und meine neue Zahnlücke machte aus mir einen kleinen Vamp. Natürlich musste solch ein historisches Ereigniss fotografisch dokumentiert werden.



Noch während der Jack Daniels sich daran machte, meine Wunden zu heilen, fiel ich in einen tiefen Schlaf und träumte noch lange von diesem unglaublichen Ausgang, den 2 coolsten Live Acts seit langem und dem Stunt auf der Nydeggbrücke. Wow, what a Night!